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Aktuelles

(Stand: 01. November 2017)

"Bremische Kirchengeschichte von der Reformation bis zum 18. Jahrhundert"

Die Freie Hansestadt Bremen blickt auf eine bedeutende Kirchengeschichte zurück, die grundlegend
für das Verständnis der bremischen Geschichte ist.
Der nun vorliegende zweite Band der bremischen Kirchengeschichte behandelt den Zeitraum von der
Reformation bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, in dem sich wichtige Umwälzungen für das kirchliche
Selbstverständnis Bremens und der Gläubigen ergaben. Mit der ab 1522 zügig durchgeführten
lutherischen Reformation, an die sich der Übergang zum Calvinismus anschloss, begann in Bremen die Ablösung der Stadt von der erzbischöflichen Stadtherrschaft. Die Konfessionalisierung und das Verhältnis zwischen den Reformierten in Rat und Stadtgemeinden und den Lutheranern um den Dom stehen daher im Mittelpunkt der Darstellung. Behandelt wird auch die Geschichte der katholischen Diasporagemeinde in Bremen.
Damit liegt – pünktlich zum Reformationsjubiläum und zum Höhepunkt der Lutherdekade – eine moderne Darstellung zur Kirchengeschichte unserer Stadt im Zeitalter der Reformation vor. Das Buch wendet sich nicht nur an Spezialisten, sondern ist für alle historisch Interessierten konzipiert und reich bebildert.
Mit der „Bremischen Kirchengeschichte von der Reformation bis zum 18. Jahrhundert“ findet zugleich die auf drei Bände angelegte Bremische Kirchengeschichte ihren Abschluss. Das Staatsarchiv freut sich, dass mit diesem Band ein langjähriges Publikationsvorhaben erfolgreich abgeschlossen werden konnte, das im Staatsarchiv seinen Anfang nahm. Zwischen der „Bremischen Kirchengeschichte im 19. und 20. Jahrhundert“ (1994) und der „Bremischen Kirchengeschichte im Mittelalter“ (2012) wird nun mit dem vorliegenden Band die wichtige chronologische Lücke zwischen der Reformation und dem Ende des 18. Jahrhunderts geschlossen.
Mit Beiträgen von Ortwin Rudloff (†), Thomas Elsmann, Hans Otte und Hans-Georg Aschoff.

Bremische Kirchengeschichte von der Reformation bis zum 18. Jahrhundert, Band 2, hrsg.
von der Bremischen Evangelischen Kirche in Zusammenarbeit mit Konrad Elmshäuser.
Edition Falkenberg, Bremen 2017, 592 Seiten, 186 Abbildungen
ISBN 978-3-95494-114-8
34,00 Euro

Inhaltsverzeichnis (pdf, 156.9 KB)

„Glaube und Politik“

Eine Ausstellung des Staatsarchivs Bremen und der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen

Paulskloster, Zeichnung 18. Jh.
Paulskloster, Zeichnung 18. Jh.

500 Jahre nach dem Beginn der Reformation zeigt die Ausstellung ›Glaube und Politik‹ des Staatsarchivs und der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, wie sich dieses welthistorische Epochenereignis in Bremen vollzogen hat und welche Originaldokumente es hinterlassen hat.
Urkunden, Handschriften und Buchdrucke werden nicht als isolierte Artefakte, sondern als Zeugnisse einer geistlichen und politischen Auseinandersetzung gezeigt, in der die Beteiligten als Handelnde in ihrer Zeit begreiflich werden.

Der Schmalkaldische Bündnisvertrag, 1531
Der Schmalkaldische Bündnisvertrag, 1531

25. September bis 29. Dezember 2017 im Staatsarchiv Bremen
Mo, Di, Fr 9-16 Uhr
Mi, Do 9-18 Uhr
Eintritt frei

Flyer (pdf, 1.2 MB)
Infoblatt (pdf, 1.3 MB)
Begleitheft zur Ausstellung (pdf, 3.8 MB)

Heinbach-Karte von 1748 bleibt in Bremen

Prof. Konrad Elmshäuser (rechts) und Alexander Mohr mit der soeben aus London gelieferten Heinbach-Karte.

Johann Daniel Heinbachs Karte Bremens und seines Landgebiets von 1748 ist ein bedeutendes Zeugnis zur Entwicklung des Staatsgebiets der Freien Hansestadt Bremen. Sie bildet einen Höhepunkt des zeichnerischen Oeuvres Heinbachs, das Stadtansichten, Karten und Gebäudeskizzen umfasst und das uns Bremen im 18. Jahrhundert lebendig und detailfreudig vor Augen führt.
Heinbach stand damals als „Feuerwerker“ in Diensten des Bremischen Stadtmilitärs, von Beruf war er Gärtner, als Kartograph war er ein Autodidakt. Heinbachs Plan der Stadt mit der Darstellung der vier Gohe und der angrenzenden Dörfer misst im Original ca. 106 x 75 cm. Er zeigt als Basis der Gebietsverwaltung die Gohe. Diese waren Einteilungen des Gebietes um Bremen außerhalb der Alt-, Neu- und Vorstadt.
Heinbachs Karte ist nicht genordet, in jener Zeit war eine Ausrichtung der Karten nach Norden noch nicht üblich. Historisch bemerkenswert sind an dem kulturhistorisch bedeutsamen Plan neben den vielfältigen Einzelheiten, die er enthält, die eingezeichneten Landgüter (Vorwercke), die Bremer Bürgern gehörten. Zu ihnen hat Heinbach die genaue namentliche Nennung der Eigentümer hinzugefügt.
Von Heinbachs aufwändigem Plan der Stadt und des Landgebietes wurden 1748 mehrere Exemplare hergestellt, von denen sich nur ein Exemplar, das in den Besitz der Familie von Bürgermeister Christian Abraham Heineken gelangt war, erhalten hat. Im Januar 2017 konnte nun der Plan mit Hilfe der Karin und Uwe Hollweg-Stiftung Bremen über ein Londoner Auktionshaus für das Staatsarchiv Bremen erworben werden.

In der Reihe der Schriften des Staatsarchivs ist in Zusammenarbeit mit der Bremer Tageszeitungen AG eine Faksimile-Edition im Originalformat incl. Booklet erschienen.

Konrad Elmshäuser: Bremen und sein Landgebiet (1748) von Johann Daniel Heinbach (1694-1764).
Bremen 2017, 16 S. + Karte
(Schriften des Staatsarchivs Bremen. Band 56)
ISBN 978-3-938795-60-6
9,80 Euro

Diese und eine kleinere Ausgabe im Format DIN A2 zum Preis von 4,90 Euro sind beim Weser-Kurier bzw. im Staatsarchiv erhältlich.

Kaiser Wilhelm II., Bremen und der Norddeutsche Lloyd - Die “Lebenserinnerungen” des NDL-Direktors Heinrich Wiegand

Das Staatsarchiv Bremen freut sich, auf eine wichtige Neuerscheinung zur bremischen Wirtschafts-, Technik- und Kolonialgeschichte hinweisen zu dürfen.
Im Jahr 1892 übernahm Heinrich Wiegand den Vorstandsvorsitz des Norddeutschen Lloyd. Die Reederei stand damals vor unternehmerischen Grundsatzentscheidungen: Wie konnte der Liniendienst profitabler, wie sollten die Passagierschiffe erneuert werden? Um die für den Erfolg der Reederei relevanten Entscheidungen der Migrations- und Auswanderungspolitik zu beeinflussen, suchte und fand Wiegand den Kontakt zu Kaiser Wilhelm II., seinen Ministern und Hofmilitärs.
So sicherte sich die Reederei auch wichtige Aufträge wie den Reichspostdienst zu den deutschen Überseegebieten oder 1900 die Verschiffung von Truppen nach China zur Niederschlagung des „Boxer-Aufstands“. Dies machte das Unternehmen zu einem wichtigen Dienstleister der deutschen Kolonialpolitik.
Darüber hinaus engagierte sich der gebürtige Bremer und soziale Aufsteiger Wiegand für seine Heimatstadt, insbesondere für eine Verbesserung der Verkehrsanbindungen, für die architektonische Gestaltung der Bremer Altstadt und für die Ansiedlung von Industriebetrieben – die Gründung der Stahlwerke Bremen als Norddeutsche Hütte ging auf eine Initiative des Reedereidirektors zurück.
Über diese und andere Themen legte der Manager 1908 (ein Jahr vor seinem Tod) in seinen nicht zur Veröffentlichung bestimmten Memoiren Rechenschaft ab. Diesen handgeschriebenen Text hat Jochen Kemsa mustergültig bearbeitet und macht damit eine zentrale Quelle der bremischen Wirtschaftsgeschichte zugänglich.
Eine Einleitung des Herausgebers Jörn Brinkhus (Staatsarchivs Bremen) und ein Beitrag von Reinhardt A. Krause (Alfred-Wegner-Institut Bremerhaven) über Wiegand als Wirtschaftslenker an der Schwelle zum 20. Jahrhundert runden den Band ab.

Jörn Brinkhus (Hg.): Kaiser Wilhelm II., Bremen und der Norddeutsche Lloyd - Die “Lebenserinnerungen” des NDL-Direktors Heinrich Wiegand
Bremen 2017, 158 S.
(Schriften des Staatsarchivs Bremen. Band 54)
ISBN 978-3-925729-79-9
13,- Euro


Bremisches Jahrbuch - aktuelle Ausgabe

Bremisches Jahrbuch 2016

Das Bremische Jahrbuch 2016 ist soeben erschienen. Es wird herausgegeben vom Staatsarchiv Bremen in Verbindung mit der Historischen Gesellschaft Bremen – die älteste noch existierende Zeitschrift Bremens erscheint seit 1863.
Der neue Band bietet in gewohnt breiter thematischer Fächerung Beiträge vom Spätmittelalter bis zur jüngsten Zeitgeschichte:
Den Auftakt macht ein Beitrag von Alfred Löhr zu den Bremer Stadtschlüsseln. Er hat diese in der Kasaner Kathedrale zu Sankt Petersburg entdeckt, wohin sie nach der Befreiung Bremens durch russische Truppen 1813 als Siegestrophäe verbracht worden sind, und ist ihrer Spur nachgegangen.
Unter dem Titel „Der Kampf mit dem Fluss“ hat Ulrich Weidinger Bremens langen und vergeblichen Kampf gegen die Versandung der Unterweser im 17. und 18. Jahrhundert detailliert untersucht. Trotz erheblicher technischer und finanzieller Aufwendungen blieb die Schifffahrt auf der Lebensader der Stadt bis zur Weserkorrektion stets bedroht.
Horst Rössler untersucht einen bislang wenig beachteten Aspekt des Überseehandels im 19. Jahrhundert: Die personelle und wirtschaftliche Einbindung von Bremer Kaufleuten in die transatlantische Sklavenökonomie zwischen 1790 und 1865.
Rudolf Steffens hat einen ungewöhnlichen und seinerzeit spektakulären Vorfall in der politischen Kriminalgeschichte Bremens erforscht: Unter der Leitung eines Zigarrenmachers plante ein Geheimbund mit dem Namen „Todtenbund“ im Mai 1852 einen Umsturz durch die bewaffnete Beseitigung des Bremer Senats! Es kam aber nicht zum „Verbrechen wider den Staat“, denn das Komplott wurde aufgedeckt. Die Verschwörung, den Prozess und das Schicksal des Haupttäters Nicolaus Kolby verfolgt der spannende Beitrag.
Wer ist wer? Freizügigkeit, Migration und Personenverkehr wurden auch in Bremen schon früh durch Ausweise und Pässe obrigkeitlich überwacht. Der Geschichte der Personenkontrollen und des bremischen Passwesens geht Bettina Schleier in einem Beitrag sachkundig nach.
In den Kriegsjahren 1942-1945 erstreckte sich entlang des Weserufers vor Blumenthal auf der Bahrsplate ein weitläufiges Lager für sowjetische Kriegsgefangene und sogenannte „Ostarbeiter“. Karsten Ellebrecht ist der bedrückenden Geschichte dieses Lages und seiner Gefangenen anhand von Berichten, Karten, Fotos und Zeitzeugenaussagen nachgegangen.
Bremen leidet seit den 1970er Jahren unter den Auswirkungen einer Strukturkrise, die sich in hohen Staatsschulden, hoher Arbeitslosigkeit und dem Niedergang traditioneller Branchen und Beschäftigungsträger bemerkbar macht. Karl Marten Barfuß analysiert mit dem Werkzeug des Wirtschaftshistorikers die dramatischen Umbrüche bis zum Jahr 2000.
Eine Miszelle gilt der Bremer Dombibliothek im Spätmittelalter, zu deren Bücherbestand um 1420 Ingrid Weibezahn neue Erkenntnisse beitragen kann.

Natürlich weist auch im neuen Band des Bremischen Jahrbuchs der Rezensionsteil auf wichtige Neuerscheinungen zur bremischen Geschichte hin. Weitere Titel und aktuelle Forschungen werden angezeigt. Das Bremische Jahrbuch 2016 ist beim Staatsarchiv und über den Buchhandel erhältlich.

Inhaltsverzeichnis (pdf, 3.5 MB)

BREMISCHES JAHRBUCH. Band 95 (2016)
Selbstverlag des Staatsarchivs Bremen. 312 Seiten
Ladenpreis 28,- Euro. ISBN 978-3-925729-78-2


Hasso Kliese: Bremische Chronik 2005 – 2014

Mit dieser Publikation erscheint der aktuelle Band der Bremischen Chronik. Der interessierte Leser hat nun die Möglichkeit, sich über 253 Jahre bremische Geschichte zu informieren. Die Chronik wurde auf der Grundlage der Bremer Tagespresse erstellt, die Einträge enthalten Ereignisse aus dem politischen Bereich, bedeutende Veranstaltungen, Ereignisse aus der Wirtschaft, Auszeichungen und Ehrungen, Jubiläen, Brände, Unfälle und Unglücke mit größerem Ausmaß, bedeutendere Straftaten und Strafurteile sowie Ereignisse aus dem Bereich Kultur und Sport.

Hasso Kliese: Bremische Chronik 2005 – 2014. Teil 1 u. 2.
Bremen 2015
(Kleine Schriften des Staatsarchivs Bremen. Heft 52)
ISBN 978-3-925729-77-5
19,50 Euro


Bremer Bürgerbuch 1289-1519

Bremer Bürgerbuch 1289-1519, Edition 2015
Bremer Bürgerbuch 1289-1519, Edition 2015

Das älteste Bremer Bürgerbuch zählt zu den wichtigsten Bremer Handschriften aus dem Mittelalter. Seit dem Jahr 1289 wurden in ihm die Namen der Bremer Neubürger und ihrer Bürgen verzeichnet. Der Codex enthält zudem Listen der Bürgermeister und Ratsherren und ist daher eine zentrale Quelle zur Entstehung der Bremer Bürgergesellschaft.
Darüber hinaus ist das älteste Bremer Bürgerbuch ein überregional bedeutendes Dokument. Es ist das älteste Bürgerbuch in Deutschland, das im Original erhalten geblieben ist und in Folgebänden fortgeführt wurde – ihm folgten bis in die 1920er Jahre zahlreiche Folgebände nach. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Bremer Bürgerbücher ausgelagert, erst 1990 kehrten sie aus der Verlagerung in die ehemalige UdSSR nach Bremen zurück.
Daher lag das älteste Bremer Bürgerbuch bisher nicht wissenschaftlich ediert vor und konnte für Wissenschaft, Familienforschung und Stadtgeschichtsforschung nicht entsprechend genutzt werden. Dabei bietet es vielfältiges Material zur Familien-, Namens-, Sozial-, Geschlechter- und Migrationsforschung.

Bremer Bürgerbuch 1289-1519, Bürgerlisten der Jahre 1402-1405
Bremer Bürgerbuch 1289-1519, Bürgerlisten der Jahre 1402-1405

Nun macht eine modernen wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Edition diesen Quellenschatz erstmals der Forschung und Öffentlichkeit zugänglich: Eine Transkription und ein Register zu ca. 30.000 Personennamen wurden von Dr. Ulrich Weidinger, einem versierten Mediävisten, erstellt und vom Staatsarchiv in einem repräsentativen Band gedruckt. Das großformatige Buch enthält auf über 700 Seiten ein ausführliches Vorwort, eine wissenschaftliche Einleitung, die Edition des Gesamttextes sowie mehrere Register und Abbildungen.
Die moderne Edition des Bürgerbuchs ist zugleich ein Ergebnis bürgerschaftlichen Engagements. Die Erstellung der Transkription wurde von der Historischen Gesellschaft Bremen finanziert, für die Druckkosten kamen Bremer Stiftungen auf.

Bremer Bürgerbuch 1289-1519. Bearb. Ulrich Weidinger, Hrsg. Staatsarchiv Bremen, Staatsarchiv Bremen 2015. Leinen, 704 S.
(Bremisches Jahrbuch. Zweite Reihe. Vierter Band)
ISBN 978-3-925729-75-1
45,- Euro

Daten und Fakten zur Handschrift (pdf, 146.4 KB)


Die Novemberpogrome 1938 im Land Bremen

Jörn Brinkhus: Die Novemberpogrome 1938 im Land Bremen
Jörn Brinkhus: Die Novemberpogrome 1938 im Land Bremen

Die Publikation wendet sich als kompakte Information an alle, die an den Verbrechen der Nationalsozialisten um den 9. November vor 75 Jahren interessiert sind. Morde, Brandstiftungen und Ausschreitungen in Bremen, Bremen-Nord und Bremerhaven werden als Wechselspiel zwischen zentralen Anweisungen und einer lokalen Verfolgungsdynamik dargestellt. Als erste Gesamtuntersuchung zu den Pogromen in Bremen seit 25 Jahren wertet sie bislang unbekanntes Quellenmaterial aus, so zum Beispiel die Berichte des amerikanischen und britischen Konsuls über die Geschehnisse. Ein Schwerpunkt dieser anschaulichen Analyse liegt auf den Tatbeteiligten, deren soziale Herkunft und Motive beleuchtet werden. Sie thematisiert das Vorgehen der SA-Gruppe „Nordsee“ und schlägt eine Brücke zur neueren Forschung über die NS-Bewegung.

Jörn Brinkhus: Die Novemberpogrome 1938 im Land Bremen
Bremen 2013, 82 S.
(Kleine Schriften des Staatsarchivs Bremen. Heft 48)
ISBN 978-3-925729-69-0
5,- Euro


Die älteste Fischeramtsrolle kehrt nach Bremen zurück!

Bremer Handschriften unerwartet in New York aufgetaucht. Fast 500 Jahre altes Dokument zur Regelung des Fischfangs auf der Weser wieder in Bremen.

Fischeramtsrollen
Fischeramtsrollen

Nachdem im vergangenen Jahr mit der Kundigen Rolle von 1489 ein Sensationsfund des Staatsarchivs präsentiert werden konnte, sind nun in den USA zwei weitere wichtige, nur unwesentlich jüngere Handschriften zur bremischen Geschichte aufgetaucht:
Die Amtsrollen des Fischeramts.
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Seltener Bilderschatz für das Staatsarchiv Bremen

Landschaft und Vogelwelt – aus dem Nachlass Richard Nagel
Landschaft und Vogelwelt – aus dem Nachlass Richard Nagel

Das Staatsarchiv Bremen freut sich über einen einmaligen Neuzugang zu seinen Beständen. Dem Staatsarchiv wurde aus dem Besitz der Nachfahren des Bremer Malers, Jägers und Hobbyornithologen Richard Nagel (1857-1941) ein Konvolut mit Bildbänden und Tagebüchern zur Tier- und Vogelwelt Bremens übergeben. Landschaftsfotos, die er mit seiner Glasplattenkamera in freier Natur gemacht hatte, malte er in Öl zu Vogel- und Wildmotiven aus, die er parallel in Tagebüchern wissenschaftlich dokumentierte. So entstand ein künstlerisch einmaliges Kataster der Vogel- und Tierwelt Bremens und Nordwestdeutschlands, das heute längst vergangene Landschaften und Biotope sowie verschwundene Tierarten wie z.B. den Schwarzstorch um Bremen erfasst.

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Sensationeller Fund: Kundige Rolle von 1489 wieder da

Schriftstück war über 70 Jahre verschollen

Bürgermeister Böhrnsen und Professor Elmshäuser präsentieren im Bremer Rathaus die Kundige Rolle
Bürgermeister Böhrnsen und Professor Elmshäuser präsentieren im Bremer Rathaus die Kundige Rolle

Einen Sensationsfund konnten Bürgermeister Jens Böhrnsen und Staatsarchivdirektor Prof. Dr. Konrad Elmshäuser heute (Montag, 26. Mai 2104) im Bremer Rathaus präsentieren. Völlig unerwartet hat das Staatsarchiv Bremen eines der wertvollsten Dokumente zurückerhalten, das seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen war – die Kundige Rolle von 1489. Seit dem 15. Jahrhundert wurden Ergänzungen des Bremer Rechts auf dieser Pergamentrolle festgeschrieben. Bürgermeister Böhrnsen: "Das ist eine großartige Nachricht. Mit ihr erhält Bremen unerwartet das längst verloren geglaubte "missing link" seiner über 700-jährigen Rechts- und Verfassungsgeschichte und ein imposantes und einzigartiges Dokument im Original zurück. Und das haben wir ganz wesentlich dem Ansehen und Verhandlungsgeschick von Konrad Elmshäuser zu verdanken."

Rund sieben Meter lang ist die Kundige Rolle, 15 cm breit, in jedem Jahr trug der Bürgermeister die Regeln des Zusammenlebens in Bremen vor. Bürgermeister Böhrnsen: "Wir wollen, dass die Bremerinnen und Bremer sich selbst einen Eindruck verschaffen können von diesem Schatz aus unserer Geschichte. Deshalb werden wir die Kundige Rolle am Jubiläumstag zum zehnjährigen Weltkulturerbe Roland und Rathaus am 7.Juli in der Oberen Halle ausstellen."

Die Freie Hansestadt Bremen blickt auf eine lange Geschichte der bremischen Gesetzgebung und Rechtsprechung zurück. 1303 wurde das Bremer Recht erstmals in einem Stadtrechtsbuch systematisch zusammengefasst, seit dem 15. Jahrhundert schrieb man Zusätze zum Bremer Recht auf eine Pergamentrolle. Diese Kundige Rolle wuchs im Laufe der Jahre zu einem fast sieben Meter langen Schriftstück mit 225 Artikeln an. Sie wurde bis 1756 jährlich vom Rathaus öffentlich verkündigt und gedruckt.

Die Originale der mittelalterlichen Handschriften wurden vom Senat als ehrwürdige Denkmäler des bremischen Rechts stets in hohen Ehren gehalten. Im Zweiten Weltkrieg zählten die Stadtrechtshandschriften daher zu den wertvollsten Archivalien, die in ein Bergwerk in Sachsen Anhalt ausgelagert wurden. Sie überstanden Luftangriffe und Krieg unbeschadet, wurden dort aber bei Kriegsende zunächst von amerikanischen, dann von sowjetischen Besatzungstruppen beschlagnahmt. Im Frühjahr 1945 verliert sich daher die Spur der Kundigen Rolle. Auf die Verbringung der Bremer Archivalien in die UdSSR folgten langwierige Rückgabeverhandlungen, die erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs Erfolg hatten. Seither kamen fast alle vermissten Archivalien aus der ehemaligen UdSSR und ihren Teilrepubliken nach Bremen zurück – nicht jedoch die Kundige Rolle von 1489. Sie galt bis vor wenigen Tagen als verschollen.

Der Hinweis eines Londoner Auktionshauses hat das Staatsarchiv Bremen nun zu einer Adresse im kalifornischen Kunsthandel geführt. Dort war man im Besitz eines ungewöhnlichen mittelalterlichen Manuskripts, dessen Zweck und Herkunft unklar waren. Der Austausch von Fotos mit dem Staatsarchiv brachte schnell Gewissheit, dass es sich um das Original der Kundigen Rolle handelte. Die Besitzerin war sofort bereit, das Stück so schnell wie möglich seiner Archivheimat zuzuführen. Konrad Elmshäuser erzählt begeistert: "Sicher verpackt und gut behütet kam die Kundige Rolle am 14. Mai 2014 als Luftfracht aus den USA im Staatsarchiv Bremen an. Unbeschädigt, vollständig und perfekt erhalten – über 500 Jahre nach ihrer Entstehung und über 70 Jahre nach dem Beginn ihrer Odyssee."

In der Reihe der Kleinen Schriften des Staatsarchivs ist in Zusammenarbeit mit der Bremer Tageszeitungen AG eine Faksimile-Edition mit mittelniederdeutscher Transkription und hochdeutscher Übersetzung erschienen. Das 66 Seiten umfassende Heft ist beim Weser-Kurier bzw. im Staatsarchiv zum Preis von 4,90 € erhältlich.

Daten und Fakten zur Handschrift
Faksimile Edition Eckerhardt, 1931


Dokumentationsstätte Gefangenenhaus Ostertorwache

Das Staatsarchiv betreut die Dokumentationsstätte Gefangenenhaus Ostertorwache. In ihr wird die 175jährige Geschichte des Gefängnisses dokumentiert und mit Erlebnisräumen zugänglich gemacht. Die fünf Originalzellen sind jeweils jeden ersten Samstag im Monat kostenlos zu besichtigen.
Der nächste Öffnungstermin ist der 4. November 2017, 11.00 bis 16.00 Uhr.
Dokumentationsstätte Gefangenenhaus Ostertorwache