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Ein Magazinneubau für das Staatsarchiv Bremen

Worum geht es?

Staatsarchiv Bremen, Magazinturm, 2022

Das Staatsarchiv Bremen verwahrt als Gedächtnis der Freien Hansestadt Dokumente aus zehn Jahrhunderten. 1968 bezog das Staatsarchiv am Präsident-Kennedy-Platz nahe der Wallanlagen einen Neubau, der seit dem Jahr 2008 denkmalgeschützt ist. Für den Bestandsbau war bereits bei der Planung eine Erweiterung vorgesehen und hierfür Baugrund vorgehalten worden, denn Archive sind auf Zuwachs angelegt. Seit Beginn der 1990er Jahre ist der Bestandsbau voll belegt, seither muss das Staatsarchiv einen ehemaligen Luftschutzbunker als Ausweichmagazin nutzen, dessen Kapazität demnächst ebenfalls erschöpft sein wird.

2019 stellte eine Machbarkeitsstudie fest, dass auf dem Grundstück des Staatsarchivs die bis zum Ende der analogen Papierüberlieferung benötigten Magazinflächen mit einem Kostenaufwand von ca. 8,7 Millionen Euro in einem Neubau hergestellt werden könnten. Zugleich wurde deutlich, dass ein solcher Bau in der bestehenden städtebaulichen Umgebung mit hochwertigem Denkmalbestand sowie sensiblen Nachbarschaften und Grünanlagen ein architektonisch ambitioniertes Vorhaben ist.

Ein solches Neubauvorhaben wurde von der Freien Hansestadt Bremen erfolgreich als Projekt in den Bundeswettbewerb des Förderprogramms "Nationale Projekte des Städtebaus 2021" beim Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen eingebracht. Über dieses Programm fördert der Bund Vorhaben mit besonderer nationaler Wahrnehmbarkeit, hoher baukultureller Qualität und überdurchschnittlichem Investitionsvolumen. Das Bremer Neubauvorhaben wurde in das Programm aufgenommen und eine Bundesbeteiligung von 4,1 Millionen Euro zugesagt. Ein privater Mäzen steuerte ebenfalls eine Summe von 0,5 Millionen Euro als Anschubfinanzierung bei. Damit konnten wichtige, erste Schritte eingeleitet werden. Die restlichen Mittel müssen von der Freien Hansestadt Bremen aufgebracht werden.

Um den vielfältigen Ansprüchen an das Projekt und den Auswirkungen auf die Grünanlagen sowie den Belangen der Nachbarschaft gerecht zu werden, wurde für das Vorhaben ein Verfahren zur Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger durchgeführt.

Zur Erreichung der baulichen Ziele hat das Staatsarchiv mit fachlicher Unterstützung durch den Senator für Kultur, Immobilien Bremen sowie das Bremer Bauressort einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Zielvorgabe war, das denkmalgeschützte Bestandsgebäude durch einen weiteren Archivbau mit ca. 2.550 m² Bruttogeschossfläche zu ergänzen. Dessen Flächen wurden durch eine Bedarfsanalyse erhoben, sie sollen bis zum Ende der analogen Überlieferung ausreichen.

An dem Wettbewerb bewarben sich fast 40 Büros, 12 Büros wurden zur Teilnahme zugelassen. Am 24. Juni 2022 hat eine Fachjury unter Vorsitz von Herrn Prof. Volker Staab die drei besten Entwürfe des Wettbewerbs prämiert. Den ersten Preis erhielt das Büro Bruno Fioretti Marquez (Berlin) für einen schlanken Bau mit hochwertiger Klinkerfassade.

Alle Entwürfe und die Ergebnisse des Wettbewerbs wurden vom 18. August bis zum 28. Oktober 2022 im Foyer des Staatsarchivs in einer Ausstellung der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.

Im Anschluss an den Wettbewerb und unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichtes wurde das Verhandlungsverfahren mit den Preisträgern durchgeführt. Nach dessen Abschluss hat der Träger des ersten Preises, Büro Bruno Fioretti Marquez, Berlin, den Zuschlag zur Realisierung des Bauvorhabens bekommen. Die bauliche Umsetzung soll im zweiten Quartal 2024 beginnen und bis Ende 2025 abgeschlossen sein.

In der Folgezeit wurden die Anforderungen des Staatsarchivs, der Wettbewerb sowie dessen Ergebnis und nicht zuletzt die Umsetzung des Bauvorhabens auf verschiedenen Sitzungen des Beirats Mitte und der Staatlichen Deputation für Kultur öffentlich behandelt. Ursprünglich sollte – auch nach Förderbescheid des Bundes - die bauliche Umsetzung 2024 beginnen und bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Tatsächlich zog sich nach Vorlage der EW-Bau die Entscheidung zur Bereitstellung der Landesmittel jedoch wegen der angespannten Haushaltslage Bremens bis Mitte 2025.

Im Frühjahr 2026 wurden zunächst die Arbeiten an den Grünanlagen und der dortigen Wegeführung ausgeführt, mit dem Tiefbau wird in der zweiten Jahreshälfte begonnen werden. Die Fertigstellung des prämierten Bauwerks, das mit einer aufwändigen CO2-neutralen Klimatechnik ausgestattet wird, ist für Ende 2028 vorgesehen.