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Aktuelles

(Stand: 25. November 2021)

Neuerscheinung

Band 100 des Bremischen Jahrbuchs

Bilderfries von Curt Wittenbacher im Lesesaal des Staatsarchivs

Soeben ist der 100. Band des Bremischen Jahrbuchs, herausgegeben seit 1863 vom Staatsarchiv Bremen in Verbindung mit der Historischen Gesellschaft Bremen, erschienen.

Der Jahrgang 2021 erinnert mit einem Schwerpunkt zu archivischen Themen zudem an die vor 800 Jahren zum Jahr 1221 erfolgte Ersterwähnung der Urkundentrese des Bremer Rats. Diese war der Vorläufer des Staatsarchivs. Daher gilt das Titelbild dem Bilderfries von Curt Wittenbecher im Lesesaal des Staatsarchivs, den Eva Determann erläutert.

In zwei siegelkundlichen Arbeiten beschäftigen sich Alfred Löhr mit dem Siegel von Erzbischof Hartwig II. und Andreas Lehnertz sowie Markus Wenninger mit einem Bremer Siegeltypar, das eine sog. „Judensau“ zeigt. Weiter geht es mit zwei Aufsätzen zu mittelalterlichen Kriminalthemen: Manuel Kamenzin hat Bildmotive zu Königsmorden in der illustrierten Sächsischen Weltchronik analysiert, während Ulrich Weidinger am Beispiel des Bremer Seeräubers Johann Hollemann die Piraterie auf Elbe, Weser und Nordsee thematisiert. Zwei Beiträge beschäftigen sich mit Bremer Geistesgrößen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Arne Langer stellt den Nachlass des Musikers Carl Martin Reinthaler vor, Hans Kloft beschäftigt sich mit dem Leben des Bremer Historikers Dietrich Schäfer.

Ein Thema mit höchst aktuellem Bezug hat Hartmut Müller ausgearbeitet. Am Beispiel der Spanischen Grippe von 1918 schildert er die damaligen Pandemiemaßnahmen gegen „das große Sterben“ in Bremen. Fotografinnen und Fotografie als Frauenberuf in Bremen stellt Karin Walter in ihrer Spurensuche bis zum Zweiten Weltkrieg in den Mittelpunkt. Thomas Elsmann widmet sich zwei berühmten Bürgern Bremens und ihrer komplexen Beziehung: Rudolf Alexander Schröder und Wilhelm Kaisen. Ein Thema mit noch immer aktueller Brisanz hat Bernhard Springfeld zu dem Band beigetragen: 80 Jahre Kampfmittelbeseitigung in Bremen.

Drei Beiträge stellen archivische Überlieferungsgruppen und ihren Quellenwert für die Forschung vor: Bettina Schleier analysiert den Quellenwert von Akten der Polizei- und Ordnungsbehörden für die Alltagsgeschichte, Brigitta Nimz stellt den Wert der Sammlungen des Staatsarchivs für die zeithistorische Forschung vor und Jörn Brinkhus erläutert an Beispielen aus der maritimen Wirtschaft und anderen Branchen die archivische Überlieferungsbildung bei Privatunternehmen.

Rezensionen und Hinweise auf weitere Neuerscheinungen beschließen den 100. Band, der im Staatsarchiv und im Buchhandel erhältlich ist.

Inhaltsverzeichnis (pdf, 649.9 KB)

Bremisches Jahrbuch. Band 100 (2021).
Selbstverlag des Staatsarchivs Bremen. 374 Seiten.
ISBN 978-3-925729-92-8
Ladenpreis 30,- €

"Es galt eiserne Disziplin!"

Neue Publikation des Staatsarchivs

Die Autorin Anne E. Dünzelmann hat schon mehrfach Arbeiten zur Bremer Geschichte veröffentlicht. Ihre aktuelle Studie "'Es galt eiserne Disziplin!' – Die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands in Bremen, ihr Widerstand gegen den Nationalsozialismus und ihre Verbindungen nach Skandinavien" führt in die späte Weimarer Republik. Sie gilt der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD), die sich als eine Alternative zur Sozialdemokratie und dem Parteikommunismus verstand.

Deren Parteileitung setzte später dem NS-Regime hartnäckigen Widerstand entgegen, nach 1945 leisteten Willy Brandt, Adolf Ehlers und andere ehemalige Parteimitglieder der SAPD wichtige Beiträge zum Aufbau der jungen Bundesrepublik Deutschland und ihrer Länder.

Die schwerpunktmäßig aus Dokumenten des Staatsarchivs Bremen entstandene Arbeit Dünzelmanns gilt dem wenig bekannten Bremer Ableger der SAPD und seinen Aktivitäten nach 1933. Ausführlich stellt die Autorin das Widerstandsnetzwerk der SAPD vor. Die Hafenstadt Bremen bildete darin einen wichtigen Knotenpunkt, über den Informationen und Personen nach Skandinavien und wieder zurück gelangten. Auch der politische Neubeginn nach 1945 und der weitere Lebensweg einzelner Parteimitglieder werden nachgezeichnet. Für manche Biographien bildeten die Flucht und Rückkehr aus Skandinavien und die Wiedergutmachung des erlittenen NS-Unrechts wichtige Zäsuren, für andere die überstandene Kriegsgefangenschaft oder ein Entnazifizierungsverfahren. Neben weniger bekannten Personen gehörte mit Adolf Ehlers ein späterer SPD-Senator und Bürgermeister zu dieser Gruppe. Mit ihrer Publikation wirft Anne Dünzelmann somit Schlaglichter auf wichtige Facetten der Geschichte von Politik und Gesellschaft in Bremen und Deutschland nach 1930.

Dünzelmann, Anne E.: „Es galt eiserne Disziplin !“. Die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands in Bremen, ihr Widerstand gegen den Nationalsozialismus und ihre Verbindungen nach Skandinavien.
Schriften des Staatsarchivs Bremen, Band 62. Bremen 2021. 205 S. ISBN 978-3-925729-90-4
Buchhandelspreis 17,- €
Das Buch ist über das Staatsarchiv Bremen und über den Buchhandel erhältlich.

Gedenken an die Novemberrevolution in Bremen

Vortrag „Novemberrevolution und Räterepublik in Bremen – eine Übersicht“

Mit einem Vortrag von Bettina Schleier (Staatsarchiv Bremen) wird in diesem Jahr an die Novemberrevolution in Bremen gedacht. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Ereignisse in Bremen zwischen November 1918 und dem Februar 1919, eingeordnet in die Verhältnisse in Norddeutschland und dem Deutschen Reich. Die Gedenkveranstaltung wird organisiert von der Landeszentrale für politische Bildung Bremen. Die Moderation übernimmt Dr. Thomas Köcher (Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Bremen).

Termin: 06. November 2021, 18.00 Uhr
Ort: Landeszentrale für politische Bildung, Birkenstraße 20/21, 28195 Bremen
Anmeldung und weitere Informationen bei der Landeszentrale für politische Bildung.

Das Denkbuch des Bremer Bürgermeisters Daniel von Büren des Älteren 1490-1525

Neuerscheinung

Mit der historisch-kritischen Erstedition des Denkbuchs des Bremer Bürgermeisters Daniel von Büren wird eine der bekanntesten Quellen zur bremischen Geschichte erstmals vollständig publiziert. Das Denkbuch entstand als privates Memorialbuch an der Schwelle vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit und berührt auch das Zeitalter der jungen Reformation in Bremen. Die mittelniederdeutschen Aufzeichnungen stammen von einem Mann, der fast ein halbes Jahrhundert lang (1490-1538) an zentraler Stelle Verantwortung als Ratsherr und Bürgermeister trug. Sie sind überlieferungsgeschichtlich ein großer Glücksfall, führen sie doch in den amtlichen und privaten Alltag eines Mitglieds der städtischen Führungsschichten und behandeln vielfältige Gegenstände. Hierzu gehören Fragen von Recht und Verfassung, der Ratsherrschaft im Landgebiet, aber auch der Rechnungslegung im öffentlichen Amt. Diplomatische Missionen führen zu Hanse und Reich, auch das komplizierte Verhältnis zur Kirche und zum erzbischöflichen Stadtherrn vor und während der Reformation wird deutlich.

Schon früh entstanden Abschriften und auszugsweise publizierte Texte dieser wichtigen Quelle, doch fehlte bis heute eine wissenschaftliche Gesamtedition. Dr. Jan van de Kamp hat sich als verantwortlicher Bearbeiter in einem Forschungsprojekt an der Universität Bremen einer Neutranskription gewidmet, Dr. Adolf E. Hofmeister hat eine um einen wissenschaftlich-kritischen Apparat sowie ein Register erweiterte Edition des Textes erstellt.

Das Staatsarchiv Bremen und die Historische Gesellschaft Bremen freuen sich als Herausgeber der Zweiten Reihe des Bremischen Jahrbuchs, dass dieser wichtige Quellentext zur bremischen Geschichte nun für Forschung und Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

Inhaltsverzeichnis (pdf, 1.7 MB)

Das Denkbuch des Bremer Bürgermeisters Daniel von Büren des Älteren 1490-1525
Bearbeitet von Adolf E. Hofmeister und Jan van de Kamp.
In Verbindung mit der Historischen Gesellschaft Bremen herausgegeben vom Staatsarchiv Bremen.
BREMISCHES JAHRBUCH. Zweite Reihe. Band 5. 2021.
Selbstverlag des Staatsarchivs Bremen. 400 Seiten.
Ladenpreis 42,- Euro. ISBN 978-3-95494-235-0

Bremisches Jahrbuch

Bremisches Jahrbuch 2019

Das Bremische Jahrbuch 2020, herausgegeben vom Staatsarchiv Bremen in Verbindung mit der Historischen Gesellschaft Bremen, ist erschienen und bietet neueste Forschungen zur Bremer Geschichte.

Der neue Band beginnt mit einem Schwerpunkt im Mittelalter. Den Auftakt macht im Corona-Jahr 2020 ein Aufsatz von Andreas Röpcke zu einem Ablassprivileg von 1437 für den maroden Bremer Dom, in dem die in Bremen hochverehrte heilige Corona eine wichtige Rolle spielt. Dem schließt sich eine umfangreiche Arbeit von Alfred Löhr mit Überlegungen zum Stand der Forschung zur frühen Bildhauerkunst in Bremen an. Steinmetzarbeiten aus dem St. Petri Dom, St. Ansgarii und St. Martini werden im Licht jüngster Forschungen neu betrachtet. Einen besonderen archäologischen Fund untersucht Konrad Elmshäuser. Auf dem Gelände des ehemaligen Stifts Heiligenberg bei Vilsen wurde 2019 ein mittelalterlicher Siegelstempel gefunden, der ein absolut einmaliges Siegelmotiv zeigt: eine sogenannte Judensau. Dieses sonst aus dem kirchlichen Bildschmuck bekannte antijüdische Motiv ist hier erstmals auf einem Siegel nachweisbar und konnte einem Bremer Pfandleiher als Geschäftssiegel zugewiesen werden. Es ist, wie der Aufsatz zeigt, ein einmaliges Schlüsselobjekt zur Geschichte der Juden und des Antijudaismus im mittelalterlichen Bremen. Zu den Grabungen im Ringwall auf dem Heiligenberg erläutert Simone Arnhold die archäologischen Fundumstände.

In die Wirtschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts führt ein Beitrag von Harald Wixforth mit dem Titel "Schwieriger Start". Er untersucht dabei die deutsche Finanzbranche um 1850 und Hermann Henrich Meiers Probleme bei der Kapitalmobilisierung für den Norddeutschen Lloyd. "Erst handeln, dann melden" ist eine Arbeit von Heiko Herold überschrieben, in der die wenig bekannte Rolle der Deutschen Fischdampfer als Nordsee-Vorpostenboote im Ersten Weltkrieg untersucht wird.

Den Folgen des Ersten Weltkriegs in Bremen hat sich Jörn Brinkhus mit einer umfangreichen Studie zur gewaltsamen Liquidierung der Bremer Räterepublik gewidmet. Detailliert werden die Geschehnisse am 4. Februar 1919 und ihre politischen, militärischen und sozialgeschichtlichen Voraussetzungen dargestellt. Wie sich damals bremische Akteure von Revolutionären zu Verteidigern der parlamentarischen Republik wandelten, untersucht Ulrich Schröder am Beispiel der politischen Biographien von Franz Starker, Friedrich Frese und Hans Hackmack in den 1920er Jahren. Eine Baubiographie zur Geschichte der Häuser Contrescarpe 22/24, dem heutigen Dienstsitz des Senators für Inneres, steuert Bernhard Springfeld zum neuen Jahrbuch bei und beschreibt den Weg von der großbürgerlichen Villa zum Behördensitz. Die unmittelbare Nachkriegszeit ist mit einem Beitrag zum Wiederaufbau der Arbeitsgerichtsbarkeit in Bremen nach 1945 von Werner Kind-Krüger vertreten.

Rezensionen und Hinweise auf weitere Neuerscheinungen beschließen den Band, der im Staatsarchiv und im Buchhandel erhältlich ist.

Inhaltsverzeichnis (pdf, 1.4 MB)

BREMISCHES JAHRBUCH. Band 99 (2020)
Selbstverlag des Staatsarchivs Bremen. 344 Seiten
Ladenpreis 30,- Euro. ISBN 978-3-925729-89-8

Studie zur Geschichte der maritimen Wirtschaft erschienen

Das Staatsarchiv Bremen freut sich, auf eine wichtige Neuerscheinung zur bremischen Wirtschaftsgeschichte hinweisen zu dürfen. Seit längerem ist es in der Forschung eine gesicherte Erkenntnis, dass persönliche Kontakte sowie politische und wirtschaftliche Präferenzen des Führungspersonals die Entwicklung von Unternehmen beeinflussen. Dies gilt auch für die maritime Wirtschaft, einem wichtigen Wirtschaftssektor Bremens.

In einer Längsschnittanalyse untersucht die in Kooperation mit dem Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremerhaven entstandene Studie das personelle Netzwerk der Entscheider aus der maritimen Wirtschaft am Standort Bremen. Vom wilhelminischen Kaiserreich bis in die Bundesrepublik wird das Ausmaß der personellen Vernetzung nachgezeichnet und nach den Konsequenzen für Wirtschaft und Politik gefragt. Systematisch stellt das Buch dar, dass sich die Führungsgremien der Unternehmen zunächst aus Angehörigen bedeutender Reeder- und Kaufmannsfamilien zusammensetzten und später Schifffahrtsmanager sowie Bankiers an deren Stelle traten. Auch die Annäherung der maritimen Entscheider an das NS-Regime und den auswärtigen Einfluss auf die maritime Wirtschaft der Hansestadt bringt der Autor zur Sprache.

Der Autor Dr. phil. Harald Wixforth ist Wirtschaftshistoriker und Senior Expert am Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremerhaven. Zu seinen Veröffentlichungen gehört u.a. „‘unser lieben ältesten Tochter.‘ 150 Jahre Bremer Bank“ (Bremen 2006).

Harald Wixforth: Vernetzt – Verflochten – Vertraut – Das personelle Netzwerk der maritimen Wirtschaft in Bremen (1908–1968). Schriften des Staatsarchivs Bremen Bd.61. 2020. 172 S. ISBN 978-3-925729-88-1.

Das Buch ist über das Staatsarchiv Bremen (office@staatsarchiv.bremen.de) und den Buchhandel erhältlich. Der Ladenpreis beträgt 19,50 Euro.

Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2020/2021 ist gestartet

Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ist der größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland. Ab sofort können nun alle interessierten Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre zum diesjährigen Thema "Bewegte Zeiten. Sport macht Gesellschaft" arbeiten. Weitere Infos