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Neuigkeiten aus dem Archiv

Der Geschichtswettbewerb des Bundepräsidenten 2026 ist gestartet!

Die Abbildung zeigt das Plakat zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2026.

01.09.2026

Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ist der größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland.

Ab sofort können nun alle interessierten Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre zum diesjährigen Thema "Über den Tellerrand - Essen und Trinken in der Geschichte!" arbeiten.

Welche Ess- und Trinkgewohnheiten gibt es in Bremen und Umgebung?
Wie ist die Schaffermahlzeit entstanden und wer darf daran teilnehmen?
Und wer kochte eigentlich für wen?
Diese und viele weitere Fragen gilt es zu klären.

Das Staatsarchiv unterstützt Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Tutor:innen gerne bei der Recherche.

Ideen zur Themenauswahl, Literaturvorschläge und weitere Informationen

Paläographie - Ein neuer Leitfaden ist online

31.07.2026

Alte Handschriften richtig entziffern ... Wer in einem Archiv mit Originalquellen arbeitet, wird oft vor der Herausforderung stehen, sich auch mit alten Schriften auseinandersetzen zu müssen. Sei es ein handschriftlich ausgefülltes Formular aus den 1930ern, ein Geschäftsbuch von 1650 oder gar eine Urkunde von 1200 – im Archiv begegnet man den verschiedensten Schriften. Das zugehörige Fachgebiet nennt sich Paläographie. Der Leitfaden soll einen kurzen Überblick über die Entwicklung der Schrift vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert geben und einige Hinweise bieten, um vor allem Handschriften des 19. und 20. Jahrhunderts lesen zu können.

Weitere Infos gibt es unter Service/Recherchehilfen.

Entnazifizierungsakten in der Bundessicherungsverfilmung

Montage aus Bildern der Akte StAB 4,66 – I. – 7648

Mai 2026

Der Bestand 4,66 - I. – Einzelfallakten aus der Entnazifizierung wurde für die Bundessicherungsverfilmung ausgewählt und wird in Zukunft in mehreren Abschnitten digitalisiert, verfilmt und im zentralen Bergungsort der Bundesrepublik, eingelagert. Die Filmrollen werden dort in speziellen Tonnen aufbewahrt, um sie dauerhaft zu sichern.

Aus diesem Grund wird er in nächster Zeit abschnittsweise für die Benutzung nicht zur Verfügung stehen. Der erste Abschnitt betrifft die Signaturen 1 bis 653. Diese können über Arcinsys ab sofort nicht mehr bestellt werden.
Nach ihrer Rückkehr aus der Digitalisierungsstelle, wird es uns aber möglich sein, die Akten als Digitalisate ortsunabhängig zur Verfügung stellen zu können. Mögliche Einschränkungen aufgrund von besonderen Schutzfristen bestehen weiterhin.

Der Bestand 4,66 - I. – Einzelfallakten kann in unserem Archivinformationssystem Arcinsys recherchiert werden.
Weitere Information zur Bundessicherungsverfilmung finden Sie beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Das Staatsarchiv Bremen auf der Bremen Classic Motorshow

Die Abbildung zeigt eine Collage mit Eindrücken von der Dokumentenübergabe bei der Bremen Classic Motorshow am 30.01.2026

Februar 2026

Am 30. Januar 2026 hat das Staatsarchiv Bremen wertvolle Unterlagen zur bremischen Wirtschaftsgeschichte übergeben bekommen.

Ungewöhnlich waren der Ort und die Umstände der Übergabe. Diese fand zur Eröffnung der Bremen Classic Motorshow (BCM) auf der Veranstaltungsfläche in Halle 5 der Messe Bremen statt. Die BCM ist eines der wichtigsten Events im Kalender von Freunden klassischer Automobile in Deutschland. Dort überreichte der Geschäftsführer der Messe Bremen M3B Hans Peter Schneider dem Leiter des Staatsarchivs Bremen, Dr. Konrad Elmshäuser eine umfangreiche Sammlung von Unterlagen zur Geschichte des Bremer Automobilherstellers Borgward. Schriftgut, Fotos, Prospekte, Broschüren und technische Zeichnungen in Ordnern und Mappen wechselten dabei den Besitzer.

Die Unterlagen waren der Messe Bremen vor Jahren zugegangen, nun werden sie die Überlieferung zur Geschichte des Borgward-Konzerns im Staatsarchiv ergänzen. Das Staatsarchiv freut sich über die großzügige Schenkung, denn Borgward und der Automobilbau gehören in Bremen zur historischen DNA der Hansestadt. Originalunterlagen zur Borgward-Geschichte sind daher im Staatsarchiv stets hochwillkommen, wie Konrad Elmshäuser versichert.

Bereits in den Vorjahren hatten Markenclubs wie die „Lloyd-Freunde“ und der „Borgward-Club“ die BCM als Veranstaltungsrahmen genutzt, um wertvolle historische Unterlagen zur Bremer Automobilgeschichte an das Staatsarchiv abzugeben. Diesem Beispiel folgte nun auch die Messe Bremen selbst.

Julius Moses: Bedeutender Nachlass bewahrt - Bundesförderung ermöglicht dauerhafte Sicherung

Der Arzt, Sozialpolitiker und Reichstagsabgeordnete Dr. Julius Moses (1868-1942).
Der Arzt, Sozialpolitiker und Reichstagsabgeordnete Dr. Julius Moses (1868-1942). Foto: Staatsarchiv Bremen

Dezember 2025

Das Staatsarchiv Bremen sichert den Erhalt und die Benutzbarkeit des Nachlasses von Dr. Julius Moses (1868-1942), der 2024 von der Familie an das Staatsarchiv übergeben wurde. Bundesmittel in Höhe von 5.930 Euro ermöglichen es, die Papiere dieses jüdischen Reichstagsabgeordneten und Gesundheitspolitikers vor dem weiteren Zerfall zu bewahren. Den Zuschuss bewilligt hat die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK).

Der Leiter des Staatsarchivs, Prof. Dr. Konrad Elmshäuser, betont: "Ich freue mich, dass im Rahmen der KEK-Modellprojektförderung die Bewahrung des regional wie national bedeutsamen Nachlasses von Julius Moses sichergestellt wird. Der Bestand dokumentiert das Wirken einer herausragenden Persönlichkeit der deutschen Politik- und Sozialgeschichte."

Julius Moses war von 1893 bis 1941 in Berlin aktiv und kam nach seiner Deportation 1942 in Theresienstadt ums Leben. Er gehörte zwischen 1920 und 1932 dem Vorstand der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands sowie der SPD an, arbeitete als Arzt und war Parlamentarier im Reichstag.

Sammelmappe von Dr. Julius Moses zum Paragraphen 218: Beschädigt, übersäuert und extrem brüchig. Foto: Staatsarchiv Bremen
Sammelmappe von Dr. Julius Moses zum Paragraphen 218: Beschädigt, übersäuert und extrem brüchig. Foto: Staatsarchiv Bremen

Ab 1933 legte er eine sachthematische Sammlung zur Verfolgung der Jüdinnen und Juden im Dritten Reich an, die vor allem aus Zeitungsartikeln mit umfangreichen Kommentaren und ergänzenden Briefen und Schriften besteht. Auf insgesamt 1,5 laufenden Metern deckt diese einen Zeitraum von 1933 bis 1941 ab.

"Mutig und weitsichtig dokumentierte Moses akribisch die wachsende Verfolgung der jüdischen Bevölkerung", so Elmshäuser. "Es ist unser Auftrag und unsere Verantwortung, dieses einzigartige Quellenmaterial dauerhaft zu erhalten und für die Forschung zugänglich zu machen."
Der Nachlass gelangte mit dem Sohn von Julius Moses, Dr. Kurt Nemitz (1925-2015), nach Bremen und wurde 2024 nach einem Wasserschaden durch das Staatsarchiv geborgen. Teile des Materials waren dabei bereits durch das Wasser beschädigt worden und mussten im Staatsarchiv entsprechend versorgt werden. Rasch zeigte sich, dass der Bestand weiterhin akut gefährdet war. Das stark säurehaltige Papier war brüchig und ließ sich kaum bewegen, ohne Informationsverluste zu riskieren.

Sammelmappe von Dr. Julius Moses zum Paragraphen 218 nach der Restaurierung: Das Papier ist stabilisiert und kann wieder benutzt werden.
Sammelmappe von Dr. Julius Moses zum Paragraphen 218 nach der Restaurierung: Das Papier ist stabilisiert und kann wieder benutzt werden. Foto: Staatsarchiv Bremen

Im Rahmen des Förderprojekts wurden die Unterlagen daher einem Massenentsäuerungsverfahren unterzogen. Dieses Verfahren verlangsamt den chemischen Abbauprozess im Papier und trägt entscheidend zur langfristigen Erhaltung und Nutzbarkeit des Kulturguts bei. Zusätzlich wurden stark beschädigte Blätter restauratorisch stabilisiert, um weiteren Beschädigungen zu verhindern.
Dank der Förderung der KEK und der fachlichen Expertise des Staatsarchivs Bremen bleibt der Nachlass von Dr. Julius Moses als bedeutende Quelle zur deutschen Zeitgeschichte für zukünftige Generationen erhalten.