Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ist der größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland. Er will bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für die eigene Geschichte wecken, Selbstständigkeit fördern und Verantwortungsbewusstsein stärken. Der Wettbewerb wird in Deutschland seit 1973 alle zwei Jahre durch die Körber-Stiftung durchgeführt.
Die Schülerinnen und Schüler haben – in der Regel angeleitet durch ihre Lehrerinnen und Lehrer – sechs Monate Zeit ihr Projekt zu einem Thema der Geschichte aus ihrer Region zu bearbeiten. Ihre Ergebnisse können auf vielfältige Weise dokumentiert werden: beispielsweise in Form eines Aufsatzes, einer Broschüre, einer Ausstellung, als Film- oder Radiobeitrag. "Forschendes Lernen" heißt die Devise des Geschichtswettbewerbs: Kinder und Jugendliche sollen lernen in Archiven zu recherchieren, Experten oder Zeitzeugen zu befragen, also Quellen der Geschichte zu erkennen und zu nutzen.
Der aktuelle Wettbewerb hat begonnen!
Das Thema lautet: "Über den Tellerrand. Essen und Trinken in der Geschichte"
Essen und Trinken gehören zu den grundlegendsten menschlichen Erfahrungen. Wie eng beides mit gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen verbunden ist, zeigt der Blick in die Geschichte. Dabei lässt sich nicht nur viel über Familienrezepte, regionale und internationale Spezialitäten oder die Nahrungsmittelproduktion erfahren. Kinder und Jugendliche können vielfältigen Fragen nachgehen: Wer hatte zu welchem Zeitpunkt Zugang zu welchen Nahrungsmitteln? Welche Gerichte und Getränke galten wann als begehrenswert und wer konnte sie sich leisten? Und wie sind manche Produkte überhaupt erst aus anderen Ländern nach Deutschland gekommen? Das Erforschen von Essen und Trinken eignet sich also besonders gut, um historischem Wandel nachzuspüren und Machtverhältnisse, Ungleichheiten und Konflikte zu untersuchen.
Vom 1. September 2026 bis zum Einsendeschluss am 28. Februar 2027 sind alle Kinder und Jugendliche – vom Grundschulalter bis 21 Jahre – eingeladen, zum neuen Thema auf historische Spurensuche zu gehen und die Geschichte von Grenzen erkunden. Die Körber-Stiftung richtet den Wettbewerb aus und vergibt 550 Geldpreise auf Landes- und Bundesebene.
Das Staatsarchiv unterstützt interessierte Kinder und Jugendliche sowie ihre TutorInnen gerne bei ihren Projekten. Über unsere Datenbank Arcinsys und den Bibliothekskatalog kann online in unseren Beständen zum Thema recherchiert werden.
Die möglichen Themen sind beinahe grenzenlos: Sie reichen beispielsweise von Rezepten in Krisenzeiten, über Genussmittel wie Kakao, Tee, Kaffee und Gewürze, Schulspeisungen, gesellschaftliche Ereignisse wie die Schaffermahlzeit, Völlerei, Lebensmittelhandel im globalen Kontext, den Boykott von Lebensmitteln, Trinklieder bis hin zu Speisekarten und Space Food.
Als Anregung für mögliche Themen zeigt das Staatsarchiv in seinen Räumen Ausschnitte aus der Ausstellung "Essen und Trinken", die der Arbeitskreis Bremer Archive anlässlich des Tages der Archive 2024 konzipiert hat.
Wir haben für Interessierte zudem eine Übersicht mit beispielhaften Themenbereichen zusammengestellt.
Informationen zu unserem Haus - zur Geschichte des Staatsarchivs, unseren Beständen und Benutzungsmodalitäten - haben wir unter anderem in mehreren Kurzfilmen aufbereitet.
Weitergehende Fragen beantworten wir per E-Mail office@staatsarchiv.bremen.de oder bei uns vor Ort.
Weitere Informationen, Hinweise und Tipps für Schülerinnen, Schüler, Lehrerinnen und Lehrer gibt es auf der Seite der Körber-Stiftung.