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Familienforschung

Abbildung: Ein Testamentenbuch aus dem 16. Jahrhundert

Familienkundlichen Fragestellungen gelten im Staatsarchiv Bremen, wie in anderen Archiven auch, ein Großteil der Benutzungen. Schriftliche genealogische Anfragen können gegen Gebühr durch das Sachgebiet Auskünfte und Recherchen beantwortet werden. Bei umfangreichen oder zeitintensiven Anfragen behält sich das Staatsarchiv vor, auf anderweitige Recherchedienste zu verweisen. Die angestrebte Standardbenutzung ist jedoch die persönliche Benutzung im Lesesaal für alle frei zugänglichen genealogischen Quellen. Die Betreuung erfolgt durch die Benutzerberatung gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Familienforschung Bremen e.V. "Die Maus".

Familienkundliche Recherchen im Staatsarchiv Bremen

Das Staatsarchiv Bremen verwahrt Kirchenbücher, Zivilstands- und Personenstandsunterlagen für die Stadt Bremen in den heutigen Grenzen. Diese und weitere Unterlagen stellen wir Ihnen für Ihre Recherchen mit familienkundlichem Hintergrund gerne zur Verfügung. Im Folgenden werden die Möglichkeiten zur Recherche erläutert.

1. Quellen zur Familienforschung

Personenstandsregister (seit 1876)
Bestand 4,60/5 – Personenstandsregister. Die Bände können bestellt und im Lesesaal des Staatsarchivs benutzt werden. Der Bestand ist verzeichnet, bitte bestellen Sie die gewünschten Stücke mit der gültigen Signatur und geben außerdem die Fallgruppe (Geburten, Heiraten, Sterbefälle) und Nummer der von Ihnen gewünschten Urkunde an. Das Verzeichnis ist auch online verfügbar:

Findbuch 4,60/5 Personenstandsregister

In den Personenstandsregistern sind Geburten, Heiraten und Todesfälle durch die Standesbeamten eingetragen. Die Standesämter wurden mit dem Reichspersonenstandsgesetz, das zum 1.1.1876 in Kraft trat, errichtet. Die gesetzlichen Grundlagen zur Führung der Register haben sich im Lauf der Zeit geändert, wichtige neue Regelungen datieren von 1920, 1935/37 und aus den 1950er Jahren. Eine für die Archive wichtige Änderung des Personenstandsgesetzes trat zum 1. Januar 2009 in Kraft. Bislang war die Fortführung der Register zeitlich nicht beschränkt, nun traten Fristen ein, nach denen die Personenstandsregister geschlossen und an das zuständige Archiv übergeben werden:

- Geburtenregister nach 110 Jahren
- Heiratsregister nach 80 Jahren
- Sterberegister nach 30 Jahren

Das Staatsarchiv Bremen verwahrt Personenstandsunterlagen für die Stadt Bremen mit Bremen-Nord. Bisher vorhanden sind die Bücher aus folgenden Zeiträumen:

Bremen-Mitte:
- Geburtenbücher 1876-1903
- Heiratsbücher 1876-1933
- Sterbebücher 1876-1983

Bremen-Nord:
- Geburtenbücher 1876-1901
- Heiratsbücher 1876-1931
- Sterbebücher 1876-1981

Da die beiden Standesämter Bremen-Mitte und Bremen-Nord regelmäßig an das Archiv abliefern, sollten Sie den jeweils aktuellen Stand in den Verzeichnissen nachsehen oder erfragen.

Sind Ihnen Name, Vorname, Standesamt und Urkundennummer bekannt, können Sie den Band mit dem gewünschten Eintrag im Verzeichnis aufsuchen und mit der gültigen Signatur bestellen.
Wenn Ihnen das registrierende Standesamt nicht bekannt ist, müssen Sie in den vorhandenen Hilfsmitteln recherchieren, welches Standesamt den Fall beurkundet hat. In der Stadt Bremen, im Landgebiet und in den damals noch zu Preußen gehörenden, 1939/40 nach Bremen eingemeindeten Orten existierte eine Vielzahl von Standesämtern mit häufig wechselndem Zuständigkeitsbezirk, die erst nach mehreren Reformen zu den heutigen Standesämtern Bremen-Mitte und Bremen-Nord zusammengelegt wurden. Einzelheiten können Sie im Lesesaal des Staatsarchivs anhand der im internen Netz des Staatsarchivs verfügbaren Hilfsmittel oder auch in den Datenbankangeboten der Familienkundlichen Gesellschaft Gesellschaft für Familienforschung Bremen e.V. "Die Maus" recherchieren.

Zivilstandsregister 1811-1875
Bestand 4,60/3 – Zivilstand. Für die Benutzung stehen Ihnen Mikrofiches im Benutzungsbereich des Staatsarchivs in Selbstbedienung zur Verfügung.
Die zivile Beurkundung von Geburten, Heiraten und Todesfällen wurde in der französischen Republik eingeführt, mit der französischen Expansion traten die Regelungen zum Zivilstand auch in den besetzten und beeinflussten Gebieten in Kraft.
In Bremen wurde mit Wirkung vom 20. August 1811 das Anlegen von Zivilstandsregistern vorgeschrieben, in denen Geburten, Aufgebote (Proklamationen), Heiraten und Sterbefälle zu beurkunden waren. Sie wurden auch nach der Befreiung Bremens 1813 beibehalten. Zivilstandsbeamter für die Stadt Bremen war ein Senator, der die Aufsicht über die im Zivilstandsamt arbeitenden Schreiber führte. In Vegesack und Bremerhaven waren die Amtmänner, im Landgebiet die Prediger Zivilstandsbeamte.
Mit dem 31. Dezember 1875 endete ihre Tätigkeit, die von nach reichseinheitlichen Normen arbeitenden Standesämtern übernommen wurde. Für die 1939 nach Bremen eingemeindeten Orte fehlt eine Zivilstandsüberlieferung, da in Oldenburg und Hannover der Zivilstand nicht weitergeführt worden war.
Weitere Hilfsmittel für Ihre Recherchen stehen Ihnen im Lesesaal des Staatsarchivs zur Verfügung, darunter auch die Namensverzeichnisse zum Zivilstand für die Stadt Bremen (als Digitalisat).

Kirchenbücher
Bestand 6,18/20 – Kirchenbücher. Für die Benutzung stehen Ihnen Mikrofiches (Kirchenbücher bis 1811) im Benutzungsbereich des Staatsarchivs in Selbstbedienung zur Verfügung, Mikrofilme (Kirchenbücher nach 1811) können Sie bestellen.
Die Kirchenbücher umfassen Tauf-, Ehe- und Beerdigungsregister, sie wurden jeweils für eine Kirchengemeinde angelegt. Kirchenbücher können Taufen, Eheschließungen und Beerdigungen, manchmal auch eine Kombination davon enthalten. Außerdem ist zu beachten, dass das Datum der kirchlichen Beurkundung vom Geburts-, Heirats- oder Sterbedatum abweichen kann.
Die Kirchengemeinden werden untergliedert nach ihrer Zugehörigkeit zur Altstadt, Neustadt bzw. Vorstädte und die Kirchengemeinden im Landgebiet. Auch für die katholische Gemeinde und die jüdische Gemeinde sind einzelne Stücke vorhanden. Es handelt sich um einen Sammlungsbestand; nicht für alle Gemeinden und für alle Zeiträume, in denen Kirchengemeinden bestanden haben, sind Kirchenbücher überliefert. Das Verzeichnis zum Bestand ist auch im Internet online verfügbar: Verzeichnis der Kirchenbücher

2. Weitere Quellen zur Personenforschung

Einwohnermeldekartei 1931-1978
Bestand 4,82/1 – Verwaltungspolizei, Einwohnermeldekartei
Ab 1931 gibt es Zuzugs- und Abzugsregister für die Einwohner der Stadt Bremen. Die Einwohnermeldekartei umfasst in vier Schichten den Zeitraum von 1931-1978. Hier lassen sich neben den Lebensdaten meist Berufe, Heiraten, Kinder und Wohnorte ermitteln. Die Einsicht ist nur über Mitarbeiter der Benutzerberatung möglich und kostenpflichtig.

Bremisches Adressbuch
Das Bremische Adressbuch ist zwischen 1794 und 2002 erschienen und steht auf Mikrofiche (1794-1985) bzw. in Buchform zur Verfügung. Es beinhaltet jeweils einen Einwohnerteil sowie ein Behörden-, Branchen- und Straßenverzeichnis für die Stadt Bremen. In bestimmten Jahrgängen muss für das Landgebiet und Vegesack in eigenen Alphabeten recherchiert werden.

3. Die Genealogische Gesellschaft „Die Maus“
Zur Unterstützung Ihrer familiengeschichtlichen Forschung möchten wir Sie auch auf die Gesellschaft für Familienforschung e.V. Bremen, „Die Maus“, aufmerksam machen. Neben den Kirchenbüchern und Zivilstandsregistern, die dort ebenfalls auf Mikrofiche vorliegen, können in den Räumlichkeiten der „Maus“ die Familiengeschichtliche Sammlung mit mehreren Tausend genealogischen Dossiers zu einzelnen Familien (sog. Graue Mappen), die Sammlung der Stammtafeln sowie familienkundliche Fachliteratur eingesehen werden.
Auf der Webseite Gesellschaft für Familienforschung Bremen e.V. "Die Maus"stehen Datenbanken zu verschiedenen Themen online zur Verfügung.

Für die Beantwortung weiterer Fragen steht Ihnen die Benutzerberatung gerne zur Verfügung:
Tel.: 0421-361-6221
E-Mail: information@staatsarchiv.bremen.de
Stand: 8. April 2013